Mindfulness ist eine Praxis, eine Fähigkeit und eine Haltung, die uns erlaubt, unsere Erfahrungen anzunehmen und zu erkunden, statt sie abzulehnen, weil sie nicht so sind, wie wir sie uns wünschen. Durch das Praktizieren von Mindfulness machen wir uns vertraut damit, wie wir dieses Erleben in seinen dynamischen biophysiologischen und mentalen Anteilen erfahren und bewerten und als Grundlage für unser Entscheiden und Handeln nutzen. Diese subtile Fähigkeit der wertschätzenden Metakognition schärft die Selbst- und Fremdwahrnehmung und ermöglicht uns die Wahl: in einem automatisierten Bewertungs- und Reaktionsmuster zu verweilen oder eine andere Option auszuprobieren, die hilfreicher und zielführender sein könnte.

So sind wir nicht länger nur mitgerissen oder getrieben von meist nicht wirklich wahrgenommenen Gedanken, Interpretationen und damit verbundenen Stimmungen und Gefühlen. Indem wir fokussierte und auch erweiterte frische Aufmerksamkeit zu dem Erleben bringen, das tatsächlich stattfindet, verändern wir oft auch die Art und Weise, wie wir uns in Beziehung setzen zu uns selbst und anderen.

Aus den gewohnten Sichtweisen und Reaktionen hinaus zu treten ermöglicht uns, in den Fahrersitz zurück zu finden, mit einer Haltung von Offenheit, Neugier und Mitgefühl – sogar im Momenten, in denen wir uns gestresst und überwältigt fühlen. Wir erlauben und erkunden eine Vielfalt von Perspektiven der Situation, wir sind in Resonanz mit anderen in Geist und Herz. Indem wir uns verbinden, sehen wir und verstehen wir das grössere Bild, machen Wahlmöglichkeiten zugänglich und kreieren unerwartete und reichhaltige Entscheidungsoptionen.

Individuelle und organisationale Mindfulness

Die individuelle und kollektive Mindfulness wird abhängig voneinander entwickelt. Beide sind gekennzeichnet durch eine Bewegung hin zu intimer Distanz durch absichtsvolles, rezeptives, klares Wahrnehmen. Mindfulness ist eine Eigenschaft, die wir alle bis zu einem gewissen Grad bereits in uns tragen, und die wir durch absichtliches Training verfeinern und stärken können. Eine der effektivsten Methoden ist die Meditation, mit der wir üben

  • unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren und regulieren;
  • wahrzunehmen, was passiert, in diesem Moment, in uns und um uns herum;
  • zu erkennen, wie wir uns auf diese Erfahrungen beziehen und sie bewerten;
  • uns auf unsere Erfahrung auf eine neue Weise zu beziehen, indem wir die Qualitäten von Neugier, Offenheit und Akzeptanz hinzufügen.

Mindfulness kann auf jede organisationale Handlung angewandt werden – in der Alltagsarbeit, Gesprächen, Meetings, Workshops, Reorganisations- und Strategieprozessen. Einzelne und Gruppen lernen innzuhalten und aus Zerstreutheit und selbstverstärkender Überaktivität zurück zu treten, um sich mit verschiedenen Perspektiven zu verbinden. So wird jegliche Erfahrung mit achtsam-erkundender Wahrnehmung anerkannt, was das Fundament bildet für die gemeinsame Schaffung von entstehenden Zukunftsoptionen, Lösungen und Entscheidungen.

Die Beratung und Moderation basierend auf den von uns entwickelten Prinzipien der Mindfulness-Based Organizational Development unterstützen Organisationen dabei, Zerstreutheit zu reduzieren und kollektive Aufmerksamkeit und Selbststeuerung zu entwickeln.

 

 

Principles of mindful organizing

Mindful organizations balance 

  • the doing and being mode: bringing appreciative metacognition to both problem-solving activity and uninvolved receptivity;
  • the paradox of both the fluid and the stable qualities of experience by establishing a spacious awareness that allows for the de-identified perception of surprises and risks;
  • the need to know and control and the skill to relax into not knowing and allowing to happen;
  • the striving for excellence and faultlessness and the permission to err and make mistakes, reflecting continuously on experiences made, and sharing lessons learnt in community;
  • the urge to be a separate owner of ideas and positions and the interlinked felt sense of not being separate but an equal part of the whole;
  • the habitual mind patterns to avoid the unpleasant or unfamiliar and the choice to deliberately turn toward any new experience;
  • the negative thoughts, moods, and constructions of self and others and the intention to seeing the good in self and others;
  • the pressure of time limits within the doing mode and the explicit allowing for time to process and being mindful in meetings, decision-making, discourses, and change processes;
  • the impulse to react out of negative states of mind and the mindful holding of hidden motives and patterns;
  • cognitive experience and embodied experience;
  • the mono-causal, self-invested view and the contextual views of many.
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