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Die Umwelt ist selten stabil

Organisationale Achtsamkeit 

Die Umwelt ist selten stabil, deshalb müssen die kognitiven und emotionalen Prozesse der beteiligten Mitarbeitenden verlässlich sein!

Liebe Leser/innen
Wie Sie vielleicht schon wissen: Das Institute for Mindfulness bietet eine in der Schweiz einmalige Ausbildung an, die gezielt und erfahrungsbasiert die Schlüssel-Fähigkeiten ausbildet, welche Führungskräfte und Beraterinnen in Organisationen in einer schnell wandelnden Umwelt heute benötigen.

Mindfulness in Organisationen: 9-monatige Ausbildung für Führungskräfte, Coaches und BeraterInnen.

Inzwischen gehen vereinzelt Anmeldungen ein. Das freut mich und das Ausbildungsteam sehr, welches übrigens nun vollständig besetzt ist.

Im anschliessenden Beitrag möchte ich den Begriff organisationale Achtsamkeit thematisieren.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dieses Ausbildungsangebot aktiv Ihren Berufskollegen/innen weiterempfehlen oder eine Teilnahme für sich in Betracht ziehen. Wenn Sie Näheres über die Ausbildung erfahren möchten, können Sie an einem kostenlosen Webinar teilnehmen. Anmeldung und Infos dazu finden Sie auf der Ausschreibungseite.

Beste Grüsse

Barbara Pamment
Vorstandsvorsitzende
Verein Institute for Mindfulness

"Mindfulness ist der Prozess, mit Absicht neue Dinge zu bemerken.
Wenn Sie das tun, sind Sie im Hier und Jetzt.

Es macht Sie sensitiver für den Kontext und die Perspektive.
Es ist die Essenz von Engagement. Und es ist energiespendend, nicht energieraubend. Den Fehler, den die meisten Leute machen, ist es anzunehmen, es sei stressig und anstrengend – all dieses Denken.
Aber was stressig ist, sind all diese achtlosen (mindless) negativen Bewertungen, die wir machen, und die Sorge, dass wir Probleme entdecken werden und nicht fähig sein könnten, sie zu lösen. Wir alle suchen nach Stabilität. Wir wollen die Dinge still halten und denken, dass wir sie so kontrollieren können.

Aber da sich alles fortwährend verändert, funktioniert das nicht.
Das führt nur dazu, dass wir die Kontrolle tatsächlich verlieren."

Ellen Langer (Harvard University) in einem Interview 2014
Viele Organisationen wie Banken, Versicherungen, Kliniken, öffentliche Verwaltungen und Transportunternehmen agieren permanent unter herausfordernden Bedingungen: Interaktive Komplexität (unerwartete Situationen in hoch sensiblen Systemen) und starke Interdependenzen bzw. Koppelungen der verschiedenen Teilsysteme, die durch hohe Brüchigkeit charakterisiert sind. Zur Stabilisierung der Verlässlichkeit in der Qualität von Leistung und Produktion ist eine Risikokultur unabdingbar. Sie ist durch Vorschriften, Regeln, Handbücher nur bedingt erreichbar.


Da die Umwelten nicht stabil sind, müssen die kognitiven und emotionalen Prozesse der beteiligten Mitarbeitenden verlässlich sein. So können trotz sich verändernder Bedingungen und disruptiver Prozesse unbekannte Situationen als solche erkannt und verstanden werden und hilfreiche Handlungsalternativen innovativ entwickelt und zeitnah eingesetzt werden.

Zentral ist die Aufmerksamkeit, Anpassungsfähigkeit, kognitive Flexibilität und Interaktion aller Mitarbeitenden, um gemeinsam agil Sinn zu erschaffen für das organisationale Geschehen in seiner Veränderung und Bewegung.

Karl Weick hat bereits 1987 auf die Bedeutung einer achtsamen Unternehmenskultur für die Zuverlässigkeit in Organisation geschrieben.
Eine achtsame Organisation definierten Weick und Sutcliffe als die kollektive Fähigkeit, reiches Gewahrsein für Details und für Handeln zu ermöglichen. Gemessen wird die kollektive Achtsamkeit am Ausmass des Bewusstseins für subtile Hinweise auf auftauchende Gefahren und der Fähigkeit, agil auf die Veränderung zu reagieren.

Wichtig sind dabei

  • Vertrauen und Zuverlässigkeit unter den Mitarbeitenden,
  • gemeinsam geteilte Werte und Normen, die ein gemeinsam geteiltes Verständnis von Zuverlässigkeit ermöglichen,
  • Delegation von Entscheidungen an die Stellen, die direkt mit der Handlung betraut sind,
  • Information und Kommunikation; insbesondere sollen Ziele und der gesamte Handlungskontext an alle beteiligten kommuniziert werden, um die jeweilige Handlung besser in den Gesamtzusammenhang einordnen zu können,
  • Teamzusammensetzung,
  • Lernen und Training.


Diese fünf interdependenten Prozesse tragen zum achtsamen Organisieren bei

  1. Bemerken und Verstehen von Fehlern und Fast-Versagen als Inspiration für organisationales Lernen
  2. Forschen statt vorschnell vereinfachen: mit Absicht Neues entdecken, in Alternativen denken, „out oft he box" und ausserhalb des Rahmens. Zusammenhänge entdecken statt nur das Gewohnte zu sehen und bestätigen
  3. Hohe Achtsamkeit für das Geschehen im Hier und Jetzt in der jeweiligen Erfahrung und Situation, stetes Update der Informationen und Wahrnehmungen
  4. Resilienzfähigkeit kollektiv trainieren, um schnell Fehlverhalten stoppen und auf unerwartete Veränderungen innovativ reagieren zu können
  5. Hochachtung vor Wissen, Erfahrung und Können: Im Fall eines Fehlers, Notfalls o.ä. besteht Flexibilität im Entscheidungsprozess, um die Expertise der Mitarbeitenden vor Ort zum Zuge kommen zu lassen

Karl E. Weick, Kathleen M. Sutcliffe, Das Unerwartete managen, Klett-Cotta 2003, ISBN: 3-608-94238-6


Die Ausbildung Mindfulness in Organisationen mit Start am 29. September 2018 in Winterthur wird u.a. diese hier beschriebenen Aspekte mit den Teilnehmenden erkunden.

Die Ausbildung für Führungskräfte und Beratende adressiert die heute typischen Herausforderungen in Unternehmen und zeigt, wie diese mittels integrierten Methoden der Achtsamkeit auf individueller aber auch auf organisatorischer Ebene umgestaltet werden können. Die Ausbildung wird von Lehrenden mit Jahrzehnte langer Erfahrung in der persönlichen Mindfulness-Praxis / organisationalen Mindfulness durchgeführt sowie durch hochkarätige Dozenten aus Wirtschaft und Wissenschaft ergänzt.

Barbara Pamment

Ausbildungsleiterin

Beatrice Eyer

Trainerin

Mark Stucky

Trainer

Dr. Yuka Nakamura

Retreat Leiterin

Prof. Dr.
Mathias Schüz

Referent


Dr. Britta Hölzel

Referentin


Michel Huissoud

Referent

Prof. Dr.
Eric Lippmann

Referent

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